Religion gehört bei uns dazu

Entfaltungsraum und Nahrung für die Seele

religionUnsere KiTa ist Teil einer evangelischen Auferstehungsgemeinde. Deshalb werden die Kinder nicht nur in ihrer Gemeinschaftsfähigkeit, im Hinblick auf ihren Körper, auf ihre Sprachentwicklung, auf ihre kognitiven und musisch-kreativen Fähigkeiten gefördert. Wir wollen, dass auch ihre Seele Entfaltungsraum und Nahrung bekommt. Die Bibel beschreibt es anschaulicher: Es geht darum: „dass ihre Seele sein wird, wie ein wasserreicher Garten“ (Jeremia Kapitel 31, Vers 12). Zwar glauben wir, dass dies nicht im menschlichen Sinne „machbar“, sondern ein Geschenk Gottes ist. Wir wollen den Kindern aber im Sinne des biblischen Bildes „Gärtner“ sein.
So wenig wir Sprachförderung „an sich“ betreiben können, ohne dies in und mit einer lebendigen und gelebten Sprache zu tun, so wenig können wir religiöse Erziehung „an sich“ betreiben ohne einen gelebten und lebendigen Glauben. Deshalb hören die Kinder in der KiTa Geschichten aus der Bibel, singen passende Lieder, feiern die Feste des christlichen Kirchenjahres und lernen, Dank und Bitten in Gebeten auszudrücken.
Den Garten der Seele wollen wir so behutsam pflegen mit den Geschichten aus der Bibel, mit den Liedern und Gebeten, die auf seelische Grundbedürfnisse eingehen. Die Kinder sollen so die religiöse Dimension ihres Lebens entfalten, den christlichen Gott kennen lernen und den Kontakt zu ihm pflegen können. Er ist die Quelle im Garten des Lebens.

Ein offenes Angebot

Die Auferstehungsgemeinde versteht ihre KiTa als ein „offenes Angebot“. Alle Kinder sind willkommen, ob Sie nun evangelisch oder katholisch sind oder einer anderen oder gar keiner Religion angehören. Aber dieses „offene Angebot“ kommt von der Evangelischen Kirche - das prägt den Charakter der Einrichtung, und einen anderen Glauben können wir in unserer KiTa auch nicht weitergeben. Daher gilt: Alle Kinder erleben christliche Inhalte und Symbole, biblische Geschichten und christliche Bräuche und beten zu Gott. Nichtchristliche Kinder erfahren religiöse Gastfreundschaft.

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Wir feiern in unserer KiTa die christlichen Feste, erzählen die biblischen Geschichten, beten und singen christliche Lieder. Wir schließen niemand aus Glaubensgründen aus unserer KiTa aus, sondern laden ein, als willkommene Gäste an unserem Leben als Christen teilzuhaben. In der Bibel heißt es: „Vergesst nicht Gastfreundschaft zu üben; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt“ (Hebräerbrief Kapitel 13, Vers 2).
  • Wir erwarten von den nichtchristlichen Familien nichts als die Bereitschaft, sich ihrerseits offen zu zeigen und ihr Kind ohne Vorbehalte am Leben der KiTa teilnehmen zu lassen.
  • Wir achten die Kinder mit anderer Religion, ihre Riten und ihren Glauben, denn wir wissen, unser Glaube ist kein persönlicher Vorzug, sondern ein Geschenk Gottes.
  • Wir hören ihnen aufmerksam und respektvoll zu, wenn sie erzählen, denn wir sind ihnen nicht überlegen; aber wir feiern nicht ihre Feste und Riten, denn sie gehören unseren Gästen und nicht uns.

Religion gewinnt Gestalt

Wir nehmen die Kinder in der KiTa ernst mit den religiösen Fragen, die sie im Laufe des Aufwachsens beschäftigen, wenn wir mit ihnen ins Gespräch kommen, ihnen Geschichten erzählen, beten und singen. Die Kinder fragen: Wer bin ich? Wer darf ich sein? (Frage nach dem Selbst) - Warum ist die Oma gestorben? Musst du auch sterben? (Die Frage nach dem Sinn des Ganzen) - Wo finde ich Schutz und Geborgenheit? Wie sieht Gott aus? Bist du Gott, Papa? (Die Frage nach Gott) - Warum soll ich andere gerecht behandeln? (Die Frage nach dem Grund ethischen Handelns) - Warum glauben manche Kinder an Allah? (Die Frage nach der Religion der anderen). Sie erlernen in Geschichten, Gebeten und Liedern eine „Sprache“, um religiöse Fragen und Themen anzusprechen und sich darin auszudrücken.

Geschichten aus der Bibel

In der KiTa hören die Kinder Geschichten aus der Bibel. Sie hören dabei von freudigen und traurigen Ereignissen, die sie aus ihrem Leben kennen. Mit den Geschichten lernen sie, ihre Erlebnisse zu deuten, zu verstehen, zu bewältigen und zu gestalten. Zugleich können sie mit ihnen den christlichen Glauben kennen lernen und erleben. Sie erfahren, etwas über Gott, den Schöpfer und über Jesus, in dem uns Gott in seiner Menschenfreundlichkeit begegnet.

Das christliche Kirchenjahr

Die Kinder feiern in der KiTa den Ablauf des christlichen Kirchenjahres mit. Sie hören nicht nur ihrem Alter entsprechende Texte, sie spielen diese auch und singen Lieder und basteln dazu. Advent und Weihnachten lassen deutlich werden, dass Gott uns in Jesus als Mensch ganz nahe kommt. In Jesus-Geschichten erfahren die Kinder vom Leben Jesu, von seinem Tod und seiner Auferstehung. Mit den Ostergeschichten wird die Auferstehungsfreude und die große Hoffnung der Christen auf ein neues Leben lebendig. Daneben kommen auch Erntedank und „Teilen wie St. Martin“ in jedem Kindergartenjahr vor.

Gebete

In der KiTa lernen die Kinder Gebete, die als Tisch- und Dankgebete oder Bitten gesprochen werden. Es kann für die Kinder ein Vorteil sein, auf diesem Wege Dank, Ärger und andere Gefühle auszusprechen. Gebete gehören zu den Ritualen, die den Kindern Orientierung im KiTa-Alltag geben: Im Morgenkreis und vor dem Essen sprechen die Kinder täglich vertraute Gebetsverse.

Kirchliche Räume

Die Kinder erleben Religion auch im Zusammenhang mit Räumen. Zu bestimmten Zeiten verändert sich der vertraute KiTa-Raum ein wenig, weil die Kerze mit dem Auferstehungskreuz angezündet wird. Ein sichtbares Zeichen, dass jetzt eine biblische Geschichte erzählt und passende Lieder gesungen werden. Manche Angebote finden im Gemeindehaus der Kirchengemeinde statt. Gelegentlich erkunden die Kinder die Auferstehungskirche. Sie erweitern ihren Aktionskreis. Sie kennen sich zu Hause, bald in der KiTa, später in der Kirche und im Gemeindehaus aus. So üben sie, durch fremde Türen zu gehen.

Zwei Religionspädagogen

Die Religion in der KiTa wird durch zwei Religionspädagogen (Gemeindepädagogoge, KiTa-Leitung) gestaltet, die auch für die regelmäßige religionspädagogische Fortbildung der Mitarbeitenden in der KiTa sorgen. In jeder Woche ist eine feste Zeit in jeder Gruppe für Religion reserviert. Religionspädagogen und pädagogische Fachkräfte bereiten kleine Einheiten mit biblischen Geschichten, Liedern, kreativen oder spielerischen Umsetzungen zu Themen des Kirchenjahres, passend zu den Monatsthemen oder orientiert an den aktuellen Themen, die in der Kindergruppe vor.

Projektwoche Religion

Im zweiten Halbjahr findet eine „Projektwoche Religion“ statt. Zu wechselnden Themen werden Programme entwickelt. Eine ganze Woche lang findet jeden Vormittag eine kleine Einheit in jeder Gruppe statt. Das übrige Wochenprogramm und die täglichen pädagogischen Angebote ruhen oder nehmen ebenfalls das Projektwochenthema auf.

Bibeltage für Kinder

In der dritten Woche nach Ostern finden in Kooperation mit der mini-GEMEINDE die „Bibeltage für Kinder“ statt. Kinder aus der KiTa sind ebenso eingeladen wie andere Kinder. Sie melden sich zu den Bibeltagen an, die an drei Vormittagen in KiTa und Gemeindehaus stattfinden. Ehrenamtliche und pädagogische Fachkräfte gestalten die Programme für die Kinder gemeinsam. Sie bestehen aus Plenumsteilen mit Musik und Theater sowie aus Kleingruppenangeboten. Eine biblische Geschichte wird an den drei Vormittagen entfaltet.

Kindergottesdienst in der Auferstehungsgemeinde

Zum Abschluss der Projektwoche sowie der Bibeltage findet am Sonntag ein besonderer Kindergottesdienst in der Auferstehungsgemeinde statt. Auch der Gottesdienst für die „erwachsene“ Gemeinde nimmt Bezug auf die beiden Projekte. Die Familien aus der KiTa sind an diesen Sonntagen - wie natürlich an allen anderen Sonntagen auch - ganz besonders herzlich zum Gottesdienst eingeladen.

Die pädagogischen Fachkräfte erhalten eine religionspädagogische Grundausbildung. Dies geschieht in besonderen Schulungen sowie im Rahmen der Teambesprechungen.

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