Gemeinschaft gestalten und miteinander sprechen

Gemeinschaft und Beziehung gestalten

Krakenfisch-bose-Artin350Beziehungen sind bestimmend für die selbstständige Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben. Kinder brauchen verlässliche Beziehungen, in denen sie sich aufgehoben wissen, um sich wohl zu fühlen, um neue Herausforderungen anzunehmen und Krisen zu meistern. Dazu gehören auch Bilder des Vertrauens und vertraute Rituale.

In der KiTa erfahren Kinder verlässliche Beziehungen in der Bindung an ihre BezugserzieherInnen, im überschaubaren Sozialgefüge ihrer Gruppen, in der Gesamteinrichtung als einem Ort, an dem sie dazugehören und sich im Rahmen bekannter und orientierender Regeln und Grenzen selbstständig bewegen und beteiligen können.

  • Im Morgenkreis beginnen die Kinder den Gruppentag. Sie beten und singen. Sie begrüßen Neue, nehmen wahr, wer krank oder verreist ist. Sie erzählen von Zuhause oder von ihren Interessen und Erlebnissen. Sie erfahren, was der Tag bringt oder beteiligen sich an der Planung des Tages.
  • In den pädagogischen Angeboten am Vor- und Nachmittag erleben die Kinder Gemeinschaft. Sie wählen Spielpartner aus, gründen Freundschaften und festigen sie. Die Kinder tragen Auseinandersetzungen und Konflikte aus und üben sich darin, sie selbstständig zu lösen. Sie lernen, dass sie auch „nein“ sagen dürfen und Zurückweisungen aushalten können. Sie lernen, sich innerhalb einer Gruppe zu behaupten und ihren Platz einzunehmen.
  • In Gesprächskreisen, Einzelsituationen und bei Konflikten werden Kinder ermutigt, sich selbst wahrzunehmen und für ihre Bedürfnisse einzustehen. Sie erfahren Unterstützung, um sich in andere hineinzuversetzen und deren Bedürfnisse zu akzeptieren.
  • Rituale und hilfreiche Regeln bieten einen Rahmen für die gemeinsamen Mahlzeiten: Tisch decken und abräumen, Tischgebet, ruhige Atmosphäre beim Essen, selbstständiges Essen. Der Teller muss nicht um jeden Preis leer gegessen werden. Die Kinder werden angehalten, alle angebotenen Speisen zu probieren. Die Kinder müssen aber nicht essen, was sie gar nicht mögen.
  • Regeln des Zusammenlebens werden jeweils altersangepasst in den Gruppen, teilweise auch für die gesamte Einrichtung, mit den Kindern erarbeitet, besprochen und von den Kindern hinterfragt. Die Einhaltung geltender Regeln und Verabredungen als einem hilfreichen und orientierenden Rahmen für das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern wird als Grundlage eines guten Miteinanders erlernt. Die Kinder lernen, Grenzen zu akzeptieren.
  • Die Kinder dürfen sich an Entscheidungen über den Ablauf des Tages oder der Woche, über Regeln und die Gestaltung des Gruppengeschehens beteiligen. So erleben sie die Grundzüge der Demokratie als einen wechselseitigen Austausch von Meinungen. Sie machen Erfahrungen damit, erste Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen.
  • Erfahrungen mit wertschätzenden Umgangsformen (Begrüßung und Verabschiedung, Bitten und Danken, sich für Fehler entschuldigen) werden von den ErzieherInnen als Rollenvorbildern vermittelt und im KiTa-Alltag gepflegt.
  • Die Kinder erfahren, dass jeder in der Gemeinschaft einen Platz hat. Jedes Kind kommt dran, steht im Mittelpunkt und erfährt, dass die anderen drankommen. Ganz besonders erleben die Kinder das bei der Feier ihres Geburtstages in der KiTa.
  • Das Zusammenleben in der KiTa schließt das natürliche Interesse der Kinder an Sexualität ein, am eigenen Körper und den Körpern Anderer. Ein bejahender und liebevoller Umgang mit dem eigenen Körper, ein starkes Selbstwertgefühl und die sorgfältige Wahrnehmung und Achtung der eigenen Grenzen und der Anderer, bieten gute Voraussetzungen Übergriffe wahrzunehmen und sich davor zu schützen.
  • In der KiTa werden die Kinder in ihrer Sexualitätsentwicklung einfühlsam und verantwortungsbewusst begleitet. Die pädagogischen Fachkräfte achten genau darauf, die altersgemäße Neugier der Kinder zuzulassen, ohne dass die Grenzen des anderen überschritten werden. Bilderbücher und Fachliteratur für die angemessene Begleitung einer gesunden sexuellen Entwicklung der Kinder sind vorhanden.

Damit wir uns verstehen - Sprache

Stachelfisch-sauer-Cheng-Zong350Kinder teilen sich gerne mit, tauschen sich aus, treten über Sprache mit ihrem sozialen Umfeld in Beziehung. Von Geburt an erwerben sie Sprache von vertrauten Personen. Nur so können sich Kinder gesund entwickeln. In der Kita ist Sprache mit ihrer zentralen Rolle für die Entwicklung, Identitätsbildung und den Aufbau von Beziehungen eine ständige Aufgabe.

  • Sprachförderung findet immer statt! Sie beginnt mit dem ersten KiTa-Tag und zieht sich als dauerhafte Aufgabe durch die gesamte KiTa-Zeit: beim Spielen, Singen, Beten, Vorlesen, Erzählen, im Einzel- oder Gruppengespräch.
  • Die Kinder erfahren emotionale Zuwendung, die sich durch Sprache ausdrückt: bei der Begrüßung und Verabschiedung, beim Trösten, bei der durch Sprache begleiteten beziehungsvollen Pflege beim Wickeln.
  • Die ErzieherInnen verstehen sich für die Kinder als Sprachvorbild, hören den Kindern aktiv zu und fördern das aktive Zuhören der Kinder im Einzelkontakt und in den Stuhlkreisen. Die ErzieherInnen begleiten ihre Aktivitäten mit klaren Sätzen. Sie nutzen alle Gelegenheiten, die Kinder zum Sprechen anzuregen. Sie unterstützen die Kinder bei der Formulierung ganzer Sätze, der Erweiterung ihres Wortschatzes und der korrekten Verwendung der Grammatik, z.B. durch Bilderbücher, Vorlesen, Spiele, Geschichten mit Fehlern und ihr Sprachvorbild.
  • Ehrenamtlich Mitarbeitende unterstützen bei der Förderung von Sprache durch regelmäßige Vorleseangebote.
  • Die Kinder erfahren Wertschätzung für ihre sprachlichen Leistungen. Besonderes Augenmerk liegt darauf, dass nicht-muttersprachliche Kinder die deutsche Sprache bis zum Schuleintritt möglichst gut erlernen. Damit das gelingt, ist die Beherrschung und Wertschätzung der Muttersprache Voraussetzung.
  • Die ErzieherInnen verwenden Reime, Quatschlieder, Lieder und Rhythmen, damit die Kinder entdecken können, dass Sprache aus Lauten besteht.
  • Die Verbindung von Sprache und Schrift wird für die Kinder sichtbar durch die Kennzeichnung ihrer Eigentumsfächer, Garderobenhaken und der Geburtstagskalender mit Fotos in Verbindung mit ihren Namen.
  • Das Interesse an Schrift wird in dem Maß unterstützt, als die Kinder es mitbringen. Sie schreiben, sobald sie das können selbst ihren Namen.
  • Die Sprachentwicklung aller Kinder wird beobachtet. Bei Bedarf wird eine besondere Sprachförderung durch externe Sprachförderkräfte, die intensiv mit den Fachkräften in den Gruppen zusammenarbeiten, beim Land beantragt und im genehmigten Umfang eingesetzt. Die Sprachentwicklung dieser Kinder wird mit geeigneten Beobachtungsbögen zweimal jährlich besonders in den Blick genommen.
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